[Pforzheim] 23. Februar – Der Verdrehung der Geschichte ein Ende setzen. In Pforzheim und anderswo!

Am 23. Fe­bru­ar 1945 wurde die Stadt Pforz­heim groß­flä­chig von der bri­ti­schen „Royal Air Force“ bom­bar­diert. Dem An­griff auf die In­nen­stadt fie­len über 17.​000 Men­schen zum Opfer, unter ihnen viele Zwangs­ar­bei­te­rIn­nen, die in der Rüs­tungs­in­dus­trie ein­ge­setzt wur­den. Etwa 80 % des Stadt­ge­biets wur­den durch Brand-​ und Spreng­bom­ben in­ner­halb von etwa 20 Mi­nu­ten zer­stört.

Wie in den Jah­ren zuvor, rufen auch in die­sem Jahr Fa­schis­ten und Deutsch­na­tio­na­le aus meh­re­ren Tei­len Süd­deutsch­lands am 23. Fe­bru­ar zu einer Kund­ge­bung auf dem Wart­berg am Rande der Stadt ge­le­gen auf. Dabei ver­klä­ren sie nicht nur die Ge­schich­te und die da­ma­li­gen Ver­hält­nis­se, son­dern sie ver­harm­lo­sen oder ver­leug­nen sogar die Ver­bre­chen des deut­schen Fa­schis­mus von 1933 bis 1945. Das wird auch daran deut­lich, dass sie aus­schließ­lich den deut­schen Op­fern ge­den­ken und im glei­chen Atem­zug ihre na­tio­na­lis­ti­sche und re­ak­tio­nä­re Ein­sei­tig­keit als rich­tig dar­stel­len wol­len. Mit dem Be­ginn ihrer Kund­ge­bung, zur Uhr­zeit der Bom­bar­die­rung, um 19:47 Uhr und dem Ent­zün­den von Fa­ckeln, ver­su­chen sie den Auf­marsch fei­er­lich zu in­sze­nie­ren.

Seit 1994 gibt es den Auf­marsch, seit 2002 die an­ti­fa­schis­ti­schen Pro­tes­te da­ge­gen. In be­sag­tem Jahr ge­lang es das erste und bis­her ein­zi­ge Mal den Auf­marsch zu ver­hin­dern. Im letz­ten Jahr er­reich­ten es knapp 1000 An­ti­fa­schis­tin­nen und An­ti­fa­schis­ten, ge­mein­sam mit einer Spontan­de­mons­tra­ti­on auf den Wart­berg zu kom­men. Erst we­ni­ge Meter vor der Kund­ge­bung der Fa­schis­ten schaff­te es die Po­li­zei durch ein mas­si­ves Auf­ge­bot, uns zu stop­pen, um so den Nazis ihr Ri­tu­al zu er­mög­li­chen. Im Zuge des­sen wur­den hun­der­te An­ti­fa­schis­tIn­nen stun­den­lang – bei Mi­nus­gra­den – ein­ge­kes­selt. Durch die Pro­tes­te im letz­ten Jahr er­reich­ten viele Fa­schis­ten den Kund­ge­bungs­ort nicht, an­de­re wie­der­um harr­ten be­reits seit dem Mit­tag auf dem Wart­berg in ihren Autos aus.
Auch 2014 rufen wir dazu auf, sich gegen den Na­zi­auf­marsch kon­kret zur Wehr zu set­zen und mög­lichst viele Men­schen über den re­ak­tio­nä­ren und fa­schis­ti­schen Cha­rak­ter die­ser Form des „Ge­den­kens“ auf­zu­klä­ren!

Die Ge­schich­te des deut­schen Fa­schis­mus ins rech­te Licht ge­rückt
Nicht nur in Pforz­heim ver­su­chen Fa­schis­ten durch die Ver­dre­hung der Ge­schich­te An­knüp­fungs­punk­te für ihr brau­nes Ge­dan­ken­gut zu fin­den, son­dern auch in vie­len an­de­ren Städ­ten und Re­gio­nen der Bun­des­re­pu­blik. Die fa­schis­ti­sche und deutsch­na­tio­na­le Be­we­gung be­schäf­tigt sich heute an vie­len Orten mit Aus­wir­kun­gen des Zwei­ten Welt­krie­ges, um letzt­lich immer eines zu sagen: Die Al­li­ier­ten waren das Haupt­pro­blem und die Deut­schen waren hilf­lo­se Opfer der grau­sa­men spä­te­ren al­li­ier­ten Be­sat­zer.
So ver­su­chen Or­ga­ni­sa­tio­nen der ex­tre­men Rech­ten, Er­eig­nis­se aus dem Zwei­ten Welt­krieg um­zu­deu­ten, indem sie Lügen ver­brei­ten, Fak­ten ver­dre­hen, Tat­sa­chen be­wusst igno­rie­ren oder weg­las­sen und schließ­lich Deutsch­land als Opfer aus­län­di­scher Ag­gres­sio­nen dar­stel­len. Durch das be­wuss­te Auf­grei­fen na­tio­na­lis­ti­scher und ras­sis­ti­scher Stim­mun­gen und Res­sen­ti­ments wird sich er­hofft, Kon­tak­te in bür­ger­li­che Krei­se auf­zu­bau­en, was ihnen man­cher­orts lei­der auch hin und wie­der ge­lingt.

In Mag­d­e­burg oder Dres­den…

Auch in Mag­d­e­burg und Dres­den rufen Nazis am Jah­res­tag der Bom­bar­die­run­gen durch die Al­li­ier­ten zu so­ge­nann­ten Trau­er­mär­schen und Kund­ge­bun­gen auf. Dabei spre­chen sie von einem an­geb­li­chen „Bom­benho­lo­caust“ bzw. von „Ter­ror­an­grif­fen“ und ge­den­ken aus­schließ­lich den deut­schen Op­fern. Die­sen Auf­ru­fen folg­ten teil­wei­se meh­re­re tau­send Fa­schis­ten. Den vom fa­schis­ti­schen Deutsch­land be­gon­nen bru­ta­len Ag­gres­si­ons-​ und Ex­pan­si­ons­krieg, die Dro­hung eng­li­sche Städ­te aus­zu­ra­die­ren und die mas­si­ven flä­chen­de­cken­den Bom­ben­an­grif­fe auf Eng­land am An­fang des Krie­ges ver­schwei­gen sie na­tür­lich. Eben­so ver­ges­sen sie, dass Flä­chen­bom­bar­de­ments – ge­ra­de auf die Zi­vil­be­völ­ke­rung – als Kriegs­stra­te­gie durch die im­pe­ria­lis­ti­sche deut­sche Re­gie­rung mit dem „klei­nen Bru­der“ Ita­li­en zu­sam­men ent­wi­ckelt und eta­bliert wur­den.
Was 1937 in Guer­ni­ca in Spa­ni­en durch die „Le­gi­on Con­dor“ be­gann, setz­te sich in der bri­ti­schen Stadt Co­ven­try fort. Diese Kriegs­ver­bre­chen waren fes­ter Be­stand­teil deut­scher Kriegs­füh­rung in un­zäh­li­gen wei­te­ren Län­dern. Das le­gi­ti­miert die Flä­chen­bom­bar­die­rung Pforz­heims na­tür­lich nicht, ge­hört je­doch zum ge­schicht­li­chen Kon­text.

…Memprechts­ho­fen…
In Rhein­au-​Memprechts­ho­fen in der Or­ten­au fin­den seit den 60er Jah­ren auch immer wie­der Auf­mär­sche von Fa­schis­ten statt. Hin­ter­grund ist: Am 14. April 1945 ver­schanz­ten sich Teile von ver­schie­de­nen deut­schen Ein­hei­ten auf Wehr­machts­be­fehl in einem Pan­zer­gra­ben und ver­such­ten die­sen gegen die vor­rü­cken­den fran­zö­si­schen Trup­pen zu ver­tei­di­gen. Auf fran­zö­si­scher Seite gab es 49, auf deut­scher Seite über 20 Tote und et­li­che Sol­da­ten, die in Ge­fan­gen­schaft ge­rie­ten. Diese mi­li­tä­ri­sche Ka­mi­ka­ze-​Ak­ti­on ver­su­chen Nazis bis heute als hel­den­haf­ten Wi­der­stand und Op­fer­mut zu glo­ri­fi­zie­ren und ver­an­stal­ten daher seit 2011 jedes Jahr ein so­ge­nann­tes „Hel­den­ge­den­ken“. An vie­len an­de­ren Orten in Süd­deutsch­land gibt es eben­falls sol­che oder ähn­li­che Ak­tio­nen zu ver­schie­de­nen An­läs­sen.

…Re­ma­gen…
Ein wei­te­res Bei­spiel für den Ge­schichts­re­vi­sio­nis­mus der ex­tre­men Rech­ten sind die re­gel­mä­ßig statt­fin­den­den Auf­mär­sche zu den Rhein­wie­sen­la­gern in der Nähe von Re­ma­gen. Im März 1945 rich­te­te das ame­ri­ka­ni­sche Mi­li­tär im Rhein­land knapp 20 Lager für Kriegs­ge­fan­ge­ne ein. Sie dien­ten als Sam­mel-​ und Durch­gangs­la­ger für ge­fan­ge­ne deut­sche Sol­da­ten wäh­rend des Krie­ges und kurz da­nach. Ein Groß­teil der dort in­haf­tier­ten deut­schen Sol­da­ten wurde bis Sep­tem­ber 1945 ent­las­sen oder auf an­de­re Lager ver­teilt. In Bezug auf die Lager reden Nazis aus der NPD und frei­en Ka­me­rad­schaf­ten von „US-KZ’s“, in denen sys­te­ma­tisch Deut­sche er­mor­det wor­den seien. Sie spre­chen dabei von bis zu einer Mil­li­on Toten. Al­ler­dings ent­sprach die ge­sam­te An­zahl in­haf­tier­ter Sol­da­ten in den La­gern einer Mil­li­on, wovon 5.​000 bis 10.​000 Men­schen um­ge­kom­men sind.

Steil­vor­la­gen für ihre Um­deu­tung der Ge­schich­te fin­den die Fa­schis­ten in den Ar­bei­ten vor­geb­lich se­riö­ser His­to­ri­ke­rIn­nen, die zum Bei­spiel im Zu­sam­men­hang der Bom­bar­die­rung deut­scher Städ­te völ­lig über­trie­be­ne Op­fer­zah­len nen­nen. Oder etwa die Be­haup­tung auf­stel­len, die deut­sche Wehr­macht wäre mit ihrem Feld­zug im Osten, also dem Über­fall auf die So­wjet­uni­on, le­dig­lich einem An­griff der Roten Armee zu­vor­ge­kom­men. Auch die Po­si­tio­nen der Ver­trie­be­nen­ver­bän­de, wie bei­spiels­wei­se der „Su­de­ten­deut­schen Lands­mann­schaft“, bie­ten für die ex­tre­me Rech­te viel­fäl­ti­ge An­knüp­fungs­punk­te und sind ein guter Nähr­bo­den für Ge­schichts­re­vi­sio­nis­mus und ag­gres­si­ven Na­tio­na­lis­mus. Sie set­zen ge­flüch­te­te und ver­trie­be­ne Deut­sche mit Be­trof­fe­nen von Kon­zen­tra­ti­ons-​ und Ver­nich­tungs­la­gern oder Be­trof­fe­nen der „Ver­brann­ten Erde“-​Po­li­tik der Wehr­macht in der So­wjet­uni­on gleich. Damit fin­det so­wohl eine zah­len­mä­ßi­ge Re­la­ti­vie­rung als auch eine qua­li­ta­ti­ve Ver­harm­lo­sung statt. Teile der sog. Ver­trie­be­nen­ver­bän­de for­dern bis heute eine Re­vi­si­on der Gren­zen, also eine „Rück­ga­be“ von Ge­bie­ten des heu­ti­gen Po­lens und Tsche­chi­ens an Deutsch­land.
Vie­ler­orts ist der „Volkstrau­er­tag“ im No­vem­ber und die un­zäh­li­gen alten Kriegs­denk­mä­ler aus dem Ers­ten Welt­krieg eben­falls ein will­kom­me­nes ideo­lo­gi­sches Fut­ter. Auf den Ta­feln der Denk­mä­ler wird zu­meist an die „auf dem Feld der Ehre für Volk und Va­ter­land ge­fal­le­nen hel­den­haf­ten deut­schen Sol­da­ten“ des Ers­ten und Zwei­ten Welt­kriegs er­in­nert. Die Grün­de für diese Krie­ge und die Rolle des deut­schen Rei­ches, als den zwei­ma­li­gen Haup­t­ag­gres­sor sowie die be­gan­ge­nen Grau­sam­kei­ten an an­de­ren Be­völ­ke­run­gen wer­den dabei sys­te­ma­tisch außer Acht ge­las­sen.

Nicht nur die fal­sche Ein­ord­nung ein­zel­ner Er­eig­nis­se in in­ter­na­tio­na­le wirt­schaft­li­che, mi­li­tä­ri­sche und ge­sell­schaft­li­che Zu­sam­men­hän­ge zeich­nen den Ge­schichts­re­vi­sio­nis­mus der Rech­ten und Fa­schis­ten aus, son­dern auch eine ein­sei­ti­ge selbst­be­zo­ge­ne, na­tio­na­lis­ti­sche und oft­mals sogar ras­sis­ti­sche Be­trach­tungs­wei­se.

…und in Pforz­heim.
Die Bom­bar­die­rung zehn Wo­chen vor Kriegs­en­de war Teil der bri­ti­schen Mi­li­tär­stra­te­gie, nächt­li­che Flä­chen­bom­bar­de­ments auf In­nen­städ­te zu flie­gen und durch un­zäh­li­ge Tote eine „De­mo­ra­li­sie­rung“ der Be­völ­ke­rung zu er­rei­chen, an­statt ge­zielt mi­li­tä­ri­sche und wirt­schaft­li­che Ziele zu zer­stö­ren. Es ist kein Ge­heim­nis, dass die west­li­chen Al­li­ier­ten an einer mög­lichst lan­gen Auf­rei­bung der so­zia­lis­ti­schen So­wjet­uni­on in­ter­es­siert waren und die­ses In­ter­es­se auch in Pforz­heim um­setz­ten, indem sie grö­ße­re In­dus­trie­an­la­gen au­ßer­halb der Stadt nicht an­grif­fen. Auch für uns sind die Er­eig­nis­se in Pforz­heim am 23. Fe­bru­ar 1945 kein Grund zum Fei­ern.

In der Stadt Pforz­heim ver­sucht der rech­te „Freun­des­kreis – Ein Herz für Deutsch­land“ (FHD) die ge­schicht­li­chen Er­eig­nis­se für sich zu nut­zen. Hier­bei geben sich die füh­ren­den Ak­teu­re des FHD nach außen bie­der und eher kon­ser­va­tiv, sie ver­zich­ten auf offen fa­schis­ti­sche Pa­ro­len und ver­su­chen, ihre Auf­ru­fe rund um die Bom­bar­die­rung der Stadt se­ri­ös und wis­sen­schaft­lich er­schei­nen zu er­las­sen und sie sehen sich als große Vor­kämp­fer gegen die ver­hass­te „Po­li­ti­sche Kor­rekt­heit“. Am 23. Fe­bru­ar ver­su­chen sie in ers­ter Linie, das Datum der Bom­bar­die­rung zur Ver­brei­tung ihrer fa­schis­ti­schen Ideo­lo­gie zu in­stru­men­ta­li­sie­ren.
Wie weit rechts der FHD je­doch wirk­lich steht und was er mit sei­nen Ak­ti­vi­tä­ten rund um das Datum der Bom­bar­die­rung Pforz­heims be­zwe­cken will, wird deut­lich, wenn man seine Ak­teu­re etwas ge­nau­er be­trach­tet. Viele Mit­glie­der des „Freun­des­krei­ses“ sind auch in der NPD or­ga­ni­siert und un­ter­hal­ten enge Kon­tak­te zu re­gio­na­len Ka­me­rad­schaf­ten und ge­walt­be­rei­ten Grup­pie­run­gen, die immer wie­der mi­li­tant auf­fal­len. Der FHD-​Vor­sit­zen­de Sil­vio Co­vaglia bei­spiels­wei­se ist be­ken­nen­der An­ti­se­mit, Ras­sist und Fa­schist und hat bun­des­wei­te Kon­tak­te in den brau­nen Sumpf.

Die Stadt Pforz­heim macht ihnen die In­stru­men­ta­li­sie­rung und den Miss­brauch des Ge­den­kens nicht ge­ra­de be­son­ders schwer. Auf den of­fi­zi­ell von der Stadt an­ge­brach­ten Ste­len und Ge­denk­ta­feln wird le­dig­lich auf die Ent­wick­lung der In­dus­trie und die Bom­bar­die­rung der Stadt durch die Al­li­ier­ten ein­ge­gan­gen. Von der Macht­über­ga­be an die Fa­schis­ten ’33, den hohen Wahl­er­geb­nis­sen für die NSDAP sowie den von Deutsch­land be­gon­nen Krieg und von den un­zäh­li­gen Ver­bre­chen der fa­schis­ti­schen Dik­ta­tur ist nichts zu lesen. Auch zu den tau­sen­den in der Pforz­hei­mer Rüs­tungs­in­dus­trie ein­ge­setz­ten Zwangs­ar­bei­te­rin­nen und Zwangs­ar­bei­tern fällt kein Wort.
Ihre Ab­leh­nung ge­gen­über dem Na­zi­ge­den­ken be­grün­de­te die Stadt in den ver­gan­ge­nen Jah­ren damit, dass es sich bei den Nazis um Ex­tre­mis­ten hand­le. Immer wie­der be­tont die Stadt Pforz­heim, dass sie sich gegen jede Art von po­li­ti­schen Ex­tre­mis­mus wende, egal ob von rechts oder links. Al­lei­ne das Auf­grei­fen der re­ak­tio­nä­ren, un­wis­sen­schaft­li­chen Ex­tre­mis­mus­theo­rie, die mitt­ler­wei­le auch Staats­dok­trin ist, spricht dabei für sich. Durch die Gleich­set­zung des lin­ken und rech­ten po­li­ti­schen La­gers, ent­steht auf der einen Seite ein Klima und eine Hand­ha­be gegen fort­schritt­li­che linke Kräf­te in der Ge­sell­schaft und auf der an­de­ren Seite för­dert man so in­di­rekt rech­te und fa­schis­ti­sche Ten­den­zen. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren führ­te dies auch dazu, dass die Po­li­zei den Auf­marsch der Fa­schis­ten, mit einem mas­si­ven Auf­ge­bot und Ge­walt ge­gen­über an­ti­fa­schis­ti­schen Pro­tes­ten durch­set­zen konn­te.

Wie so oft, müs­sen wir die Un­ter­bin­dung von Na­zi-​Pro­pa­gan­da und das Ver­hin­dern fa­schis­ti­scher Um­trie­be selbst in die Hand neh­men. Wir kön­nen und dür­fen uns nicht auf Staat, Po­li­zei und Ge­rich­te ver­las­sen – diese sind oft­mals selbst Teil des Pro­blems. Egal ob be­zahl­te V-​Leu­te in fa­schis­ti­schen Struk­tu­ren, be­wuss­tes Weg­schau­en, das Ver­schwei­gen von rech­ten Um­trie­ben oder das Er­mög­li­chen fa­schis­ti­scher Auf­mär­sche durch rie­si­ge und bru­ta­le Po­li­zei­ein­sät­ze – die kon­kre­ten Bei­spie­le sind un­zäh­lig.
Es liegt an uns An­ti­fa­schis­tin­nen und An­ti­fa­schis­ten, sich zu or­ga­ni­sie­ren und zu­sam­men­zu­schlie­ßen, damit wir uns gegen die Ge­fahr von Rechts weh­ren kön­nen. So­li­da­risch, ent­schlos­sen und mit fort­schritt­li­chen Kon­zep­ten kön­nen wir ge­mein­sam fa­schis­ti­sche Pro­pa­gan­da un­ter­bin­den und eine zeit­ge­mä­ße Theo­rie und Pra­xis ent­wi­ckeln, die un­se­ren An­sprü­chen ge­recht wird. Nur eine kämp­fe­ri­sche an­ti­fa­schis­ti­sche Be­we­gung wird auf län­ge­re Sicht stark genug sein, den Ein­fluss der rück­wärts­ge­wand­ten Kräf­te in die­ser Ge­sell­schaft zu­rück­zu­drän­gen. Unser Ziel ist eine so­li­da­ri­sche Ge­sell­schaft. Das be­deu­tet für uns vor allem, sich re­gio­nal und über­re­gio­nal zu or­ga­ni­sie­ren und mit mög­lichst vie­len, eine ge­mein­sa­me Pra­xis und folg­lich auch eine Stär­ke zu ent­wi­ckeln.

Wir wer­den auch in die­sem Jahr ver­su­chen, am 23. Fe­bru­ar den Na­zi­auf­marsch in Pforz­heim am 69. Jah­res­tag der Bom­bar­die­rung zu ver­hin­dern! Dafür gibt es viel­fäl­ti­ge Mit­tel und Her­an­ge­hens­wei­sen, denn oft­mals sind es die ver­schie­de­nen ein­zel­nen Ak­ti­ons­for­men, die zu­sam­men zur Ver­hin­de­rung eines Na­zi­auf­mar­sches füh­ren. Es spielt keine Rolle, ob es Blo­cka­den, spon­ta­nes Agie­ren und di­rek­te Ak­tio­nen sind – die Nazis wer­den in Pforz­heim nicht un­ge­stört auf­mar­schie­ren kön­nen.

Den Fa­schis­ten am 23. Fe­bru­ar ent­ge­gen­tre­ten!
Gegen Ge­schichts­re­vi­sio­nis­mus und für eine auf­ge­klär­te Ge­denk­kul­tur!
Die An­ti­fa­schis­ti­sche Ak­ti­on auf­bau­en!

Die­ser Auf­ruf wird her­aus­ge­ge­ben von:
An­ti­fa­schis­ti­sche Linke Bühl-​Achern
An­ti­fa­schis­ti­sche Ak­ti­on Lör­rach
An­ti­fa­schis­ti­sche Ju­gend Lud­wigs­ha­fen/Mann­heim
An­ti­fa­schis­ti­sche Ak­ti­on (Auf­bau) Ras­tatt/Ba­den-​Ba­den
An­ti­fa­schis­ti­sche Ak­ti­on (Auf­bau) Stutt­gart
An­ti­fa­schis­ti­sche Ak­ti­on [O] Vil­lin­gen-​Schwen­nin­gen

Un­ter­stüt­ze­rIn­nen siehe In­dy­me­dia Links­un­ten

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